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Vermessung unsichtbarer Räume: eine Lehrveranstaltung einmal anders
Autor_in: Ilay Schwingshandl (Red)
Schüler_innen der Integrativen Lernwerkstatt Brigittenau (ILB) erstellten im Rahmen der Lehrveranstaltung Vermessung unsichtbarer Räume von Mitte November 2025 bis Mitte Jänner 2026 eine kollektive Karte der Schulumgebung. Dabei wurden sie begleitet von Studierenden des künstlerischen Lehramts der Akademie der bildenden Künste und den Lehrenden Antje Lehn und Anna Pritz.
© Akademie der bildenden Künste Wien
Im Projektunterricht wurde zunächst gemeinsam die Schulumgebung erforscht. Dabei standen folgende Fragen im Fokus: Wie beeinflussen Orte unsere Gefühle? Wie beschreibt man den öffentlichen Raum als Klanglandschaft? Welche Regeln und Freiräume erleben Jugendliche in der Stadt?
Die Schüler_innen wurden dabei unterstützt, aus ihren Beobachtungen Kartensymbole zu entwickeln, die mit verschiedenen Materialien umgesetzt wurden. Parallel dazu wurde eine große textile Karte der Schulumgebung mit Darstellungen von alltäglichen Orientierungsorten gestaltet, in der alle Objekte verortet wurden.
Es wurden drei Projekte umgesetzt. In den Audiodateien hörst du die Schüler_innen und Studierenden über ihre Projekte und Erfahrungen sprechen. Zusammengeschnitten mit Aufnahmen der Geräusche in der Schulumgebung.
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Was hörst du? Erforsche den Sound deiner Umgebung
Die Schüler_innen erforschten den öffentlichen Raum als Klanglandschaft. Dabei konnten sie neue Perspektiven auf ihren Alltagsraum entwickeln. Sie hörten genau hin, sammelten Klänge und gestalteten künstlerisch-handwerkliche Elemente für die gemeinsame Karte.
Studierende: Katharina Suttner, Jasmin Nassar
Schüler_innen: Ylva, Ona, Laura, Deniz, Luis, Linus, Paul
*Kaffeemaschine*
Laura: Wir hatten das Projekt “Hören” und dann haben wir so Sounds aufgenommen und sind rausgegangen, haben dann die Orte markiert auf der Karte, wo wir die Sounds aufgenommen haben. Und wir haben so das Kassenpiepsen zum Beispiel aufgenommen oder bei der Ampel das piepsen. und ja, es war sehr lustig.
Ylva: ja und dann haben wir halt mit den Tönen die wir hatten, haben wir versucht so— zum, Beispiel eben ich hab gefilzt oder eben auf Metall irgendwie draufzugeben. das man das dann auf die Karte übertragen kann, die Geräusche irgendwie. *Baustelle*
Y: Also ich hör eigentlich meistens Musik wenn ich irgendwo hingehe, und ich fand's lustig dass den Lehrern vor allem das meiste eingefallen ist - also ich weiß nicht “Betreuern”- das meiste eingefallen ist und wir nicht wirklich viel gesagt haben, weil wir, die meisten halt Musik hören, beim herumfahren.
Ilay: Und gehst du jetzt manchmal ohne Musik?
Y: (lacht) Nein.
I: (lacht) okay
L: das ist ein bisschen zu langweilig.
Y: und da schreien kinder und solche Sachen
L: und das will man irgendwie nicht hören
I: mhm
Fabian: Ich weiß auch. die kinder schreien so viel. ich kann nichts hören, die menschen sagen hör auf kinder warum schreist du so und ich denk die kinder machen nicht so laut
Y: Fabian hat auch dieses absolute Gehör.
F: Ja ich hör manchmal Kinder schreien.
I: und dann setzt du dir die Kopfhörer auf wenn die zu laut sind?
F: Jep.
I: und ihr? was habt ihr neues entdeckt oder erfahren? oder— gibts irgendwas dass ihr davon nehmt und vielleicht daran weiterarbeiten wollt?
Luis: ich nehm jetzt Geräusche mehr war, was gut ist glaub ich, ja.
I: das ist cool.
Deniz: Ja ich genauso ich nehm jetzt Geräusche in meiner Umgebung mehr so war.
*Kassapiepsen* *Quietschen* *Stockinstrument*
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Chaos der Gefühle - Mood Monster
In diesem Projekt wurde die Wahrnehmung der Gefühle in der Schulumgebung erforscht. Die Schüler_innen entwickelten eine Forschungskarte im Zine-Format und ein Moodmonster aus selbstgewähltem Material.
Studierende: Lina Mehlführer, Agnes Peer
Schüler_innen: Emilia, Hanna, Elba, Lilly, Lea, Gabriel, Elisabeth, Sophie
*zug fährt ein*
-Ja, wir sind von der zweiten Gruppe, Gefühlschaos, und wir haben halt unsere Gefühle auf dieser Karte markiert. Als erstes haben wir so Kärtchen gezeichnet, auf denen man so Gefühle sehen kann, und ja.
-Und diese Gefühle haben wir dann auf einer kleinen Karte drauf gemacht und auf die große Karte dann auch übertragen.
-Und danach sind wir halt an diese Orte gegangen, beim Spaziergang, und haben halt geschaut, was wir an diesem Ort fühlen.
-Und danach haben wir so ein Heft gemacht, und da mussten wir unsere Gefühle dann aufschreiben und eine Skizze von einem Mood Monster machen.
*Stockinstrument*
-Das Monster von Hannah, die ist leider heute krank, und deswegen werde ich das kurz herzeigen.
Das kann sogar die Zunge rausgeben. (lachen)
-cool super! Welches Gefühl steckt dahinter? Verschiedene Gefühle?
-Ja, genau. Es sind verschiedene Gefühle, Freude, Ekel, Stress und Angst, und es gibt auch eine Skizze dazu.
-Toll.
-Genau.
-Milly ist heute leider auch krank, und die hat ein Monster kreiert aus selbsttrockenem Ton, wo sie auch Lieblingsort und Angst darstellt, und hat sogar als Lieblingsort so einen kleinen Ort genannt, wo sie zu Hause im Bett liegt und ihre Nachtgeschichten vorliest, und da hat sie in dem kleinen Buch sogar wirklich Gedichte reingeschrieben.
-Wow.
Nähmaschine
-Mein Monster. Und das Monster heißt - wie nochmal?
-Leo.
-Leo heißt er.
*Armreifen*
-Also ich habe dieses Monster hier gemacht. Das sind die Gefühle Ekel, Freude und Lieblingsort dabei.
-Alles in einem. Toll.
*Kaffeemaschine*
-Das ist mein Monster. Es ist leider nicht fertig geworden. Es soll Freude darstellen, und das ist die Skizze.
-Aha ja super
-ja, das ist mein Mood monster, und es ist alles in einem.
-Alle Gefühle in einem?
-Alle.
-Zeig nochmal. Total nett.
-Das ist meins.Das ist das Gefühl Lieblingsort, wenn man sich so wohlfühlt.
- Ein Wohlfühlmonster. Und wo ist das? Ist das auf der Karte irgendwo?
- Nee, nee.
-Weiter weg.
*Kaffemaschine*
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Top Secret: Wo schleichst du dich hin?
Die Schüler_innen wurden Grätzldetektive und erforschten Verbote, Schleichwege und Geheimorte in ihrer Umgebung. Sie setzen sich mit räumlichen und sozialen Grenzen auseinander und entwickelten Symbole. Diese wurden als Stoffpatches oder Metallelemente übersetzt und auf die Karte gebracht.
Studierende: Alix Drakulic, Lars Guba
Schüler_innen: Eren, Jonathan, Stella, Alice, Safa, Jan, Basti, Fabian
Lehrpersonen ILB: Hanna Christoph und Kenneth Hoffelner
*Nähmaschine*
Hallo und herzlich willkommen zu unserer Präsentation. wir sind von der Gruppe “Schleichwege, Geheimorte und Regeln”. Hier seht ihr eine Karte der Umgebung der Schule. Auf der Karte seht ihr auch Icons mit denen wir die Orte markiert haben. Wie zum Beispiel diese Fragezeichen da, das steht für geheime Orte. Wie haben diese Icons auf verschiedene Arten und Weisen hergestellt. Das Metall haben wir geprägt, und dieses Fragezeichen haben wir aus Textilmaterialien genäht.
*Stockinstrument*
Hier das ist der Park oder der Platz und neben dem Park dort ist ein Geheimort, wo man keine Ahnung, alleine sein kann. oder sich verstecken kann .
*Ampelgeräusch*
Weil wir waren ja auch draußen auf Forschung und haben diese Geheimorte auch besucht. Es war mit einem Spaziergang verbunden.
*Ubahn Fährt ein*
Und hier zuletzt ein kurzes Feedback von Deniz, Fabian, Laura, Luis und Ylva:
*Stockinstrument*
Fabian: es hat mir so gut gefallen. und es war sehr gut. es war wirklich so cool. und ich finde toll toll und werken ist auch manchmal super.
Luis: ja sehr cool. ich fand die Freiheit die wir hatten beim Arbeiten sehr cool und spannend, ja.
Deniz: Ich fand's auch sehr super, wir konnten sehr frei lernen und konnten und ja konnten auch entscheiden was wir machen und so.
Ylva: ja mir hats auch gut gefallen. ich hab das ausarbeiten von den dingen sehr gern gehabt
Laura: mir hats auch sehr gut gefallen, mir hätte ein bisschen besser gefallen wenns Sommer wär als wir rausgegangen sind, weil es war sehr kalt. aber es war cool mit der freien Arbeit.
*Stockinstrument*
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Text: Antje Lehn und Anna Pritz, bearbeitet von Ilay Schwingshandl
Audioaufnahmen: Ilay Schwingshandl, die Schüler_innen der Gruppe Sound.
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