Marah am Arbeitsplatz mit einem Mikroskop

Studienrichtungen

Restaurierung studieren: Marahs Weg

Autor_in: Liudmila Anoshenkova (UGC)

Eine Studentin erzählt über eine typische Woche im Studium Konservierung-Restaurierung.

„Kunst wieder zum Leben erwecken“ Eine Studierenden-Geschichte von der Akademie der bildenden Künste Wien. Marah benutzt alle Pronomen, Marah studiert Konservierung und Restaurierung, Studienschwerpunkt Restaurierung von Gemälde und Skulptur.

„Ich wollte direkt mit Kunst arbeiten, aber sie nicht selbst produzieren. Restaurierung war genau das Richtige – etwas wieder zum Leben zu erwecken, das macht mir wirklich Freude.“

Warum Restaurierung?

Marah fühlte sich zur Kunst hingezogen, aber nicht über den künstlerischen Schaffensprozess. Stattdessen fand Marah die eigene Berufung in der Erhaltung und Wiederherstellung von Kunstwerken.

„Restaurierung ist ein Zusammenspiel von Handwerk, Wissenschaft, Geschichte und Sorgfalt. Es ist eine Praxis der Geduld und Präzision.“

Warum Wien?

Während der Pandemie konnte Marah die Akademie nicht persönlich besuchen, entschied sich aber nach einem warmherzigen Austausch mit Studierenden dennoch dafür. „Sie schickten mir Fotos vom Campus und beschrieben die Gemeinschaft als freundlich und unterstützend. Das hat mir die Entscheidung leicht gemacht.“ Die künstlerische Tradition Wiens und der Ruf der Akademie waren entscheidende Faktoren.

So sieht das Studium aus:

Das Studium der Konservierung und Restaurierung gilt als eines der anspruchsvollsten an der Akademie. Es verbindet wissenschaftliche Grundlagen, historisches Verständnis und praktisches Arbeiten an Originalobjekten.

Ein typischer Wochenablauf:

Montag–Dienstag: Theoretische Lehrveranstaltungen (Naturwissenschaften, Kunstgeschichte, Chemie, Gender Studies)

Mittwoch–Donnerstag: Praktische Arbeit an Originalobjekten, betreut von Lehrenden

Freitag: Eigenständiger Arbeitstag (freie Projektzeit oder Vorlesungen)

„Man muss realistisch bleiben: Das ist ein Vollzeitpensum. Viele müssen nebenbei arbeiten, was die Studiendauer verlängern kann.“

Ein breites, vielfältiges Curriculum

Das Restaurierungsstudium ist interdisziplinär und facettenreich. Die Studierenden beschäftigen sich mit:

  • Materialchemie und Mikrobiologie

  • Denkmalpflege und Erhaltungsethik

  • Museologie und Raumklimatik

  • Historischen Techniken und Dokumentationszeichnen

„Wenn du ein Studium suchst, bei dem du dir deine Fächer frei zusammenstellen kannst, ist das hier nicht das Richtige. Aber wenn du Tiefe suchst, findest du sie genau hier.“

Eine enge Gemeinschaft

Da die Gruppengröße klein ist, entsteht ein vertrautes Miteinander. Alle kennen sich und auch das Verhältnis zu den Lehrenden ist von Respekt und Zusammenarbeit geprägt. „Das macht einen großen Unterschied. Es geht nicht nur um die Arbeit, sondern auch darum, wie du dabei unterstützt wirst.“

Abschließende Gedanken

Restaurierung ist nicht nur ein Studienweg – es ist ein langfristiges Engagement für Kunst, Wissenschaft und Geschichte. Marahs Geschichte zeigt: Geduld, Leidenschaft und Sorgfalt sind ebenso wichtig wie Talent.