colored placholder image signifying the relevant topic on this website

Bildungswege

Zwischen Architektur, Fotografie und Lebenserfahrung - Interview mit Joanna Pianka

Autor_in: Prima Mathawabhan (UGC)

Joanna Pianka ist Fotografin und bildende Künstlerin. Sie arbeitet interdisziplinär an der Schnittstelle von Architektur, Stadtraum und Gesellschaft mit fotografischen Mitteln. Auf dieser Grundlage teilt sie ihre Erfahrungen aus ihrer Studienzeit an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo sie ihr Architekturstudium am Institut für Kunst und Architektur absolvierte. Während des Studiums war sie nicht nur berufstätig, sondern gleichzeitig auch Mutter und pflegende Angehörige.

Interview und Video: Prima Mathawabhan

Prima Mathawabhan ist Absolventin des Instituts für Kunst und Architektur und studiert seit 2023 am Institut für Bildende Kunst im Fachbereich Kunst und Bild | Grafik an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Hauptsache, ich muss nicht filmen und fotografieren heute.

Könntest du dich kurz vorstellen?

Ja, hallo, ich bin Joanna Pianka. Ich arbeite hauptsächlich als Fotografin im Bereich Kunst- und Kulturdokumentation. Bin aber auch bildende Künstlerin, arbeite interdisziplinär zwischen Architektur, Stadtraum, Gesellschaft und mit fotografischen Mitteln.

Was hast du an der Akademie studiert?

Ich habe Kunst und Architektur studiert, unter sehr vielen Professorinnen und auch über einen längeren Zeitraum. Ich habe aber auch Ausflüge in die bildende Kunst gemacht. Ich habe ein Semester in der Fotografieklasse gemacht. Ich habe auch eine Summer School gemacht, auf der Humboldt Uni in Berlin, Metropolitan Studies, also etwas im urbanen Raum, und habe immer wieder auch andere Lehrveranstaltungen von anderen Unis besucht.

Was hast du nach deinem Studium gemacht?

Also nach dem Studium betrifft mich nicht ganz, weil ich einen etwas anderen Lebenslauf hatte. Ich habe sehr lange studiert, was auch mit meinen Betreuungspflichten als Mutter und Pflegerin von Angehörigen zu tun hatte. Nebenbei musste ich auch arbeiten. Das hat mir aber auch neue Möglichkeiten eröffnet. Ich habe eigentlich zuerst in ganz klassischen Kulturarbeitsberufen angefangen. Museumaufsicht und ähnliche Sachen bis hin zu administrativer Arbeit in Kulturvereinen und das hat mir mein Studium ergänzt ich habe einfach versucht da gegenseitig mir die Inputs zu geben, sowohl vom Studium als auch von dem Job den ich gemacht habe. Irgendwann war ich frustriert mit dem Architekturstudium weil es doch sehr viel verlangt und eigentlich als Vollzeitstudium ausgelegt ist und habe gemerkt, dass ich mit der Fotografie sehr kurzweilige und kurze Aufträge, die dann aber auch sehr intensiv sind, annehmen kann und auch die Skills beherrsche, auch durch dass, was mir auf der Kunstakademie mitgegeben wurde, und konnte dadurch meine Zeit auch besser gestalten. Also ein Job im Architekturbüro kam zu dem Zeitpunkt gar nicht in Frage, wobei ich das Studium auch angefangen habe, weil ich nicht unbedingt im Architekturbüro sitzen wollte.

Wie hat dein Studium deine aktuelle Arbeit beeinflusst?

Ich muss sagen, das Architekturstudium, besonders in diesem interdisziplinären Feld auf der Kunstakademie, bringt etwas hinein, was ich extrem schätze, und zwar die Fähigkeit, Dinge extrem gut in einem gänzlichen Gesamtbild zu sehen, Tools, die man eigentlich fürs Projektmanagement braucht, eine sehr klare und detaillierte Sprache, wie man überhaupt über seine Arbeit und über seine Werke spricht, wie man sich auch gibt, verkauft. Also ich habe dort gelernt, vor einem Publikum zu sprechen. Ich habe gelernt, meine Projekte ganz klar zu fokussieren, zu präsentieren, Themen einfach ganz genau anzuschauen. Nebenbei habe ich einfach eine Art Skill-Set gelernt mit vielen Computerprogrammen und anderen Fähigkeiten, die mich im Künstlerischen sehr weit gebracht haben, aber eben auch im Beruflichen, mir eine Flexibilität gegeben haben, die ich so nicht, glaube ich, mit einem anderen Studium gesehen hätte. Ich merke auch immer wieder, wenn ich jetzt Ausstellungen mache, aber genauso, wenn ich jetzt komplexere Aufträge annehme, dass mir dieses Denken und dieses Mindset extrem hilft, obwohl ich mit der Architektur selbst lange nichts zu tun hatte. Das hat sich jetzt aber auch ein bisschen geändert. Ich bin jetzt auch bei Kunst im öffentlichen Raum Projekten angedockt dabei und helfe mit, eben mit diesem Denken teilweise auch wirklich wieder auch mit entwerfen und klassischen, architektonischen Aufgaben hier Projekte weiterzubringen.

Danke. War super.

Ja wie gesagt, reden kann ich, wenn ich will.